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Sommerurlaub, eigentlich ohne Fahrrad

Urlaub ohne ein Gew√§sser in der N√§he geht f√ľr meine Frau Christine und mich nicht. F√ľr den vergangenen Sommerurlaub gab es die Idee, mit einem Containerschiff die Weltmeere zu bereisen. Dies ist organisatorisch nicht ganz einfach, da der genaue Abfahrtstag erst kurzfristig feststeht. Christine gab bei der Planung jedoch nicht so schnell auf. Als Ergebnis ihrer Bem√ľhungen, packten wir an einem Freitag im Juni unsere Sees√§cke und fuhren mit dem Auto nach Duisburg-Ruhrort. Dort bestiegen wir das Binnenschiff ‚ÄěTheodela‚Äú. Kaum an Bord, ging es auch schon los. Mit vielen Containern an Deck. Au√üer uns waren der belgische Eigner, seine etwas j√ľngere Freundin, der 2. Kapit√§n sowie ein tschechischer Matrose mit an Bord. Vorbei an Stahlwerken, einem Freizeitpark an einem nie in Betrieb gegangenen Kernkraftwerk und jede Menge Natur, ging es Richtung Rotterdam. Zwischenstopp war Nijmegen (dt. Nimwegen). Zwei Container l√∂schen, einen Container laden. Dann ging es auch schon weiter.

Wie fast jeden Abend, wurden wir irgendwann in die Eignerkabine geladen. Zum ‚ÄěKapit√§nsdinner‚Äú. Statt z√ľnftiger Uniform, war unser Kapit√§n meistens nur mit Shorts, und wenn wir Gl√ľck hatten mit T-Shirt, bekleidet. Diese Bekleidungsordnung hatten wir auch erwartet. Bis zum Einbruch der Dunkelheit, sa√üen wir dann noch ein bischen im Fahrstand und schauten √ľbers Land. Da der Rhein Hochwasser f√ľhrte, konnten wir besonders weit sehen. Als der 2. Kapit√§n den Fernseher zur Ablenkung, und damit er nachts nicht einschl√§ft, einschaltete, gingen wir in unsere Kabine. Obwohl ¬†sich diese direkt √ľber Maschine befand, konnten immer gut schlafen. Wach wurden wir nur in dem Augenblick, wenn sich die Drehzahl √§nderte. Dies war um ca. 03:30 Uhr am Samstag der Fall. Das Schiff lief im Hafen von Rotterdam ein. Wir drehten uns aber um und schliefen noch weiter bis zum Fr√ľhst√ľck.

Nach dem Fr√ľhst√ľck rief uns der Eigner ein Wassertaxi, welches uns recht schnell ins Zentrum brachte. Wir hatten dann ein paar Stunden Zeit, uns die Gegend um den alten Hafen anzusehen. Vor allem die Architektur fanden wir cool, wie z. B. die H√§user, deren R√§ume auf der Spitze stehen.

Nach rund 6 Stunden rief der Kapit√§n an um uns mitzuteilen, dass er uns in der Stadt mit dem Schiff abholen w√ľrde. Eine halbe Stunde sp√§ter tauchte er mit seinem 110 m langen Schiff auf, legte kurz an und sammelte uns wieder ein.

Dann ging es wieder √ľber Nijmegen nach Duisburg. Dort kamen wir gegen fr√ľhen Sonntagabend an. Mittlerweile hatten sich schon ein paar geschriebene Postkarten angesammelt, die wir einstecken wollten. Auf der Suche nach einem Briefkasten, gerieten wir noch in die letzten Ausl√§ufer des 300. Hafengeburtstags. Die Polizei hatte gerade eine Gruppe reisender Taschendiebe eingekreist, die Aussteller bauten angesichts eines aufziehenden Unwetters ihre Buden ab, der Wind frischte auf. Aber ein frisch gezapftes Bier nach dem deutschen Reinheitsgebot gab es trotzdem noch (an Bord stand belgisches Kirschbier im K√ľhlschrank). Auf dem R√ľckweg entdeckte ich ein 50er-Jahre-NSU-Damenfahrrad mit auff√§lligen Packtaschen, welches wir noch mal wiedersehen sollten.

Irgendwann ging es wieder los. Nijmegen ‚Äď Rotterdam ‚Äď Nimjegen ‚Äď Duisburg. Auf der R√ľckfahrt von Rotterdam mussten wir nie fragen, woraus unsere Fracht besteht. Wir rochen es: Einige Container waren mit Hausm√ľll aus England gef√ľllt. Der wird dann irgendwo im Ruhrpott verbrannt. Zur√ľck in Duisburg (Mittwoch), mussten wir uns auf die Suche nach neuen Postkarten machen. Den Briefkasten mussten wir nicht suchen, den kannten wir ja bereits von Sonntag. Im ‚ÄěZentrum‚Äú von Ruhrort sahen wir eine Trinkhalle.

Wir näherten uns, da außen ein kleines Sortiment von Postkarten hing.

‚ÄúSucht ihr etwas?‚Äú Die beiden Betreiberinnen der Trinkhalle (Britta und Silke), l√§ssig an einen Tisch gelehnt, erkannten unsere Situation. 10 Postkarten und 2 Tassen Kaffee sp√§ter, standen wir dann in ihrem Laden f√ľr Sonnenschutz, Kleinm√∂bel und Fahrradpacktaschen. Nat√ľrlich stand auch das NSU-Dienstfahrrad im Laden. Schnell kamen wir auf das Thema ‚ÄěFahrrad‚Äú zu sprechen. In einem Nebensatz fragte mich Britta, ob ich wohl Interesse an einem Rennrad h√§tte. Meine angespannte Platzsituation zu Hause bedenkend, murmelte ich so etwas wie ‚Äěvielleicht‚Äú. Ich ging aber nicht n√§her darauf ein. Sehr zu meiner Verwunderung, brachte Christine das Gespr√§ch noch mal auf das Rennrad. Da sich Britta auch nicht ganz sicher war, ob sie das Rad abgeben wollte, schoben wir die Entscheidung bis Freitag auf.

Wir gingen also wieder an Bord, fuhren √ľber Nijmegen nach Rotterdam. Um 02:30 Uhr lie√üen wir uns vom 2. Kapit√§n wecken, um mal nachts die Einfahrt nach Rotterdam zu erleben. Und der Kapit√§n war √ľber den Besuch auf der Br√ľcke auch ganz froh. Er konnte n√§mlich nicht das Fernsehprogramm verfolgen. Der Eigner wollte in den Urlaub fliegen und dr√§ngte darauf, die Strecke m√∂glichst schnell zur√ľckzulegen. Und bei der Str√∂mung des Rheins und dem Gegenverkehr, musste sich der 2. Kapit√§n ausnahmsweise mal auf das Steuern des Schiffes konzentrieren. Wie wir mehrfach beobachten konnten, werden auch ‚Äěalte Hasen‚Äú in manchen Situationen (z.B. An- und ablegen bei unkalkulierbaren Str√∂mungsverh√§ltnissen in Verbindung mit ebenfalls an- und ablegenden Schiffen in der N√§he etc.) nerv√∂s. Gegen Mittag brachen wir wieder auf. Duisburg, nat√ľrlich auch wieder mit Zwischenhalt in Nijmegen, erreichten wir in den fr√ľhen Freitagmorgenstunden. Da der Eigner mit seiner Freundin (sie bekochte uns in der letzten Woche) bereits auf dem Weg nach Budapest waren, fr√ľhst√ľckten wir auf der Sommerterrasse der √∂rtlichen ARAL-Tankstelle. Mit Blick auf den alten Hafen. Im Anschluss ging es wieder zur Trinkhalle von Silke und Britta. Bei einer Tasse Kaffee wurde noch mal das Thema Fahrrad angesprochen. Eine Besichtigung in einer Hinterhofgarage folgte. Dort stand ein 90er-Jahre Peugeot-Fahrrad in meiner Gr√∂√üe. Die Probefahrt verlief erfolgreich. Aber es gab einen Haken: Wenn ich dieses Rad haben wollte, musste ich ein baugleiches Rad auch noch mitnehmen! Da war es wieder, das Platzproblem. Es fing aber schon bei unserem Auto an. W√§hrend ich das Rad Probe fuhr, deckte sich Christine auf dem Markt mit mehreren gr√∂√üeren Pflanzen ein. So standen wir, ich konnte letztlich nicht ‚Äěnein‚Äú sagen, vor unserem Kleinwagen und √ľberlegten, wie wir alles verstauen konnten. Klappte dann irgendwie. Und ein Platz in der Wohnung, zumindest f√ľr ein Rad, fand sich auch noch.

Carsten K.

Fotos Kaisergalerie

Anlässlich der Fahrrad-Ausstellung in der Kaisergalerie wurden drei der dort gezeigten Räder ein wenig in Szene gesetzt. Es handelt sich um ein Diamant-Sportrad “68″ (1940), ein Rabeneick-Damenrad (1951) und ein Bonanza-Rad (Anfang 70er).

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Velo Classico 2016

Am 17./18. September fand die Velo Classico in Ludwigslust statt. Nico machte mit Bert und Andreas den ABC-Stand. Aber seht selbst …














Altonaer Bicycle Days 2016 - Bericht


Am 28./29. Mai fanden zum zweiten Mal unsere ‚ÄúAltonaer Bicycle Days‚ÄĚ im HausDrei und im angrenzenden August-L√ľtgens-Park in Altona statt.¬†

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Der Ausstellungsbereich war √ľppig bemessen - im Park standen Rennr√§der, Randonneure, Low Rider, etc. Etliche Besucher/innen kamen mit ihren R√§dern vorbei und vergr√∂√üerten so die Ausstellung.

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Am Samstag fand vor dem HausDrei der Fahrrad-Flohmarkt statt, der wie immer gut besucht war.

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In unserer ‚ÄúSchatzkammer‚ÄĚ im 1.Stock pr√§sentierten wir Exponate zum Thema ‚ÄúFahrrad und Arbeit‚ÄĚ mit drei Postr√§dern, einem Schornsteinfegerrad, Lastenrad, Milchkannenfahrrad, Fixie Kurierrad‚Ķ

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Den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung stellte ‚ÄúFrankreich‚ÄĚ und damit eines der klassischen Fahrradl√§nder dar. Es waren franz√∂sische R√§der aus mehreren Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts zu sehen.

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Und dann geschah etwas, das uns erstmal sprachlos machte: gegen 14 Uhr erschien das Ehepaar Zingler mit einer unscheinbaren Plastikt√ľte, in der sich das verschollen geglaubte Banner des Altonaer Bicycle-Clubs befand, wie man sie auf dem Bild des Vorstands oben auf unserer Startseite sehen kann.

Es handelt sich um genau dieses Banner, also das Original von 1889 mit Bambusstab, den man in vier Teile zerlegen kann, gravierten Plaketten von Ereignissen aus dem Vereinsleben, zwei kleinen Bronzeadlern und allem historistischem Zierrat, der damals en vogue war ‚Ķ Ein wahrhaftiges St√ľck Fahrradgeschichte, das sich nun in unserer Sammlung befindet (noch einmal tausend Dank daf√ľr an das Ehepaar Zingler!).¬†

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Ganz zufällig war das Fernsehen gerade da.

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Dieses spektakul√§re Highlight lie√ü sich nat√ľrlich nicht mehr toppen - jedenfalls nicht vom Sonntag, der leider etwas verregnet und deshalb nicht so gut besucht wie der Vortag war. Der guten Stimmung tat dies aber keinen Abbruch.



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Erstmals erblickte auch das ABC-Tandem aus dem Hause Peugeot das Licht der √Ėffentlichkeit. (Vielen Dank noch einmal an Michael f√ľr diese tolle Spende!).

Uns haben die “Altonaer Bicycle Days” wieder gro√üe Freude bereitet - den Besucherinnen und Besuchern hoffentlich ebenso. Im kommenden Jahr findet die n√§chste Ausgabe √ľbrigens am 20./21. Mai statt … wir hoffen wir sehen uns dann bei angenehm fr√ľhlingshaftem Wetter im und am HausDrei.

Altonaer Bicycle Days 2015 - Bericht

Eines Tages im Jahr 2014 sprach Basti von einer Fahrradausstellung im Park irgendwo in den Vereinigten Staaten. Das klang gut und sah sehr gut aus. Vielleicht k√∂nnten wir ja auch … So sprachen wir das HausDrei in Altona an und fragten nach, ob wir in Kooperation mit Ihnen so eine Ausstellung durchf√ľhren k√∂nnten. Wir durften und legten den Termin in die Mitte Mai, der Fahrrad-Flohmarkt sollte an beiden Tagen zeitgleich stattfinden.

Riesiges Gl√ľck hatten wir mit dem Wetter am 23. und 24. Mai, denn der Regen h√∂rte gerade noch rechtzeitig auf. So konnten in Ruhe die R√§der im Park besichtigt werden.

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F√ľr ein wenig Spa√ü sorgte auch die Rikscha.


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Unsere¬†‚ÄúSchatzkammer‚ÄĚ befand sich im Saal im HausDrei. Hier zeigten wir historische Fahrr√§der, Fahnen und andere Exponate, die wie die von Richard Schulz und Guschi K√∂ping h√§ufig einen Hamburg-Bezug hatten.

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Am Sonntag konnte zudem eine Radball-Demonstration und eine Vorf√ľhrung auf dem Kunstrad bestaunt werden, was beides sehr gut ankam.

Kurzum: es war eine gro√üe Freude, die kleine Ausstellung f√ľr die interessierte √Ėffentlichkeit zusammengestellt zu haben, ganz ohne Eintritt versteht sich.¬†

Ein ganz gro√ües Dankesch√∂n an das HausDrei und vor allem Anja! Vielen Dank auch an die vielen Besucherinnen und Besucher und nat√ľrlich auch an die Helfer/innen vom ABC. Recht schnell beschlossen wir, die¬†‚ÄúAltonaer Bicycle Days‚ÄĚ jedes Jahr durchzuf√ľhren.¬†

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Fotos: Peter R√ľssmann

Die Presse berichtete auch: Velophil (ZEIT Online) / Hamburger Abendblatt  

Maifest Kaltehofe (Fotos)

Vergangenen Sonntag (1. Mai) waren wir auf dem Maifest der Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe. Danke an Antonia f√ľr die Einladung. Hier seht Ihr ein paar Fotos …






Berliner Fahrradschau 2016

Eingebettet in die Berlin Bicycle Week, fand vom 18.03. - 20.03.2016 die Berliner Fahrradschau in den Hallen der STATION-Berlin (ehemalige Posthallen) statt. Und dies war ein guter Grund, mal wieder in die Hauptstadt zu fahren.

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Um zu verdeutlichen, was die Berliner Fahrradschau ist, möchte ich das Programmheft zitieren:

Das Herzst√ľck der Berlin Bicycle Week

Mit ihrem zeitgemäßen Kurator-Konzept, nonchalanter Festival-Atmosphäre, trendigen Bikes vom Start-Up-Brand bis zum Global Player, stilvoller Fahrradmode, Accessoires und Kult-Events ist die BFS der unabhängige und authentische Hotspot der Fahrradkultur.

Mit anderen Worten: Ich war eigentlich nicht Bestandteil der Zielgruppe dieser Messe, was ich jedoch schon vom letzten Besuch 2015 wusste. Und das Besucherpaar vor mir an der Kasse diskutierte ja auch √ľber einen Sonderpreis f√ľr Senioren, der aber auf Grund des (vermutlich) geringen Zulauf dieser Altersklasse nicht im Kassensystem vorgesehen war.

Die Hallen unterteilten sich grob in folgende Bereiche:

In dem zentralen Bereich waren Fahrradhersteller, Rahmenbauer und Zubeh√∂r untergebracht. Komischerweise wurde hier ein Ferrari f√ľr EUR 250.000,00 angeboten. Auf einer Fahrradmesse! Hier stellte auch ein schwedischer Hersteller seine Hochrad-Nachbauten aus, die Samstag auch auf dem Tempelhofer Feld zu einem Hochradrennen antraten.

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Außerdem konnte man hier Fahrräder mit Holzrahmen (gab es von verschiedenen Anbietern) entdecken.

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Im Nachbarbereich lag der Schwerpunkt auf E-Mobility, Lastenr√§der und Reisen. Im ersten Stock war Kinderbespa√üung mit Laufradrennen, Trial und Ruhezonen f√ľr die Eltern. Da es hier nicht so quirlig war, legte ich dort mal eine Kaffeepause ein.

Ein weiterer Bereich deckte Urban Lifestyle und Velo Couture ab. Hier gab es trendige Klamotten, den Gin-Ausschank und alte Stahlrennr√§der. Au√üerdem stie√ü ich auf den Stand des belgischen Fahrradherstellers, der mein Lastenfahrrad geliefert hat. In Berlin stellte er eine E-Bike-Studie vor, die meinem Fahrradh√§ndler (er ist die Hamburger Vertretung dieser Marke) nicht gefallen wird. Dieser hat irgendwie eine generelle Abneigung gegen E-Bikes. Er versucht schon seit Monaten, mir dieses Fahrrad ohne Motor, daf√ľr aber mit 2-Gang-Automatik zu verkaufen….

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Mein Lieblingsbereich war jedoch die EVENT AREA. Und speziell das Bike Polo fand ich sehr spannend. Die Spiele waren auch der Grund daf√ľr, dass ich l√§nger auf der Messe blieb als gedacht.

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Wenn die Bike-Polo-Teams pausierten, nutzen BMX- und Kunstrad-Fahrer den Platz.

Nebenan waren verschiedene Bereiche f√ľr Trial-Fahrer aufgebaut. Ich h√§tte nicht gedacht, dass man ¬†bergziegenartig mit dem Rad ‚ÄěFelsformationen‚Äú hochklettern k√∂nnte.

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Nach ca. 6 Stunden machte ich mich mit meinem Klapprad wieder auf den Weg in Richtung Unterkunft. Mehr zufällig entdeckte ich dabei einen neu angelegten Fahrradweg, der mich schneller als gedacht ans Ziel brachte.


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Hamburg, den 27.3.2016 / Carsten

Bling-Bling oder Perlen im Netz

Ich durchforstete mal wieder unseren Lieblings-online-Marktplatz nach brauchbaren Fahrradteilen und stieß auf ein schlecht gemachtes Angebot mit drei nichts sagenden Fotos eines ziemlich runtergerockten Rennrads.

Der Rahmen war teillackiert und die Fotos lie√üen etwas goldenes erahnen. Es gab keine brauchbaren Angaben, aber eine Handy-Nummer. Der Anruf war mehr als entt√§uschend, da der Anbieter Hardcore-Schw√§bisch sprach, keine Ahnung hatte und auch sonst nicht gewillt war, sein Idiom zu z√ľgeln - also blieb mir nichts weiter √ľbrig, als das Ende der Auktion abzuwarten und siehe da, ich bekam den Zuschlag.

Das Rad traf ein und sah genauso schlimm aus wie auf den Bildern. Ich habe leider keins vom Komplettrad, aber die Einzelteile sprechen f√ľr sich.

Wie man schon sehen kann: der Rahmen ist komplett untervegoldet, also verchromt und mit einer d√ľnnen Goldauflage versehen. Der Hersteller des Rahmens war mir ein R√§tsel. Als ich aber mit einem schmutzigen Lappen √ľber das Sitzrohr wischte, wurde ein Schriftzug erkennbar, wo mal ein Name aufgeklebt war.

Schwer zu fotografieren, aber da stand¬†‚ÄúAL HENRY‚ÄĚ. Recherche im Netz ergab, dass AL HENRY ein Fahrradladen auf der Schw√§bischen Alb war, der in den 90er Jahren Rahmen aus Italien bezog und mit eigenem Logo verkaufte und dieser hier ist von Cratoni aus Columbus SLX Rohren.

Den Rahmen zu entlacken, erforderte nat√ľrlich eine schonende L√∂semittelmethode und ich m√∂chte hier keine Schleichwerbung machen, aber¬†‚ÄúLack ab‚ÄĚ von Molto ist das Mittel der Wahl. Eine grau-wei√üe Pampe, die besser wirkt, wenn man die Einwirkzeit mit Alufolie verl√§ngert. Das Ergebnis ist sensationell: wenn man die Alufolie √ľber Nacht draufl√§sst und dann entfernt bleibt die Lackschicht vollst√§ndig daran haften.

Was zum Vorschein kam war allerdings schon schön.

Und das Endergebnis im Sonnenlicht erst.

Der Rahmen von Cratoni mit innen verlegten Z√ľgen, interessanter Ansatz der Hinterbaustreben, extrem kurzer Radstand mit eingedelltem Sitzrohr, Aero-Gabelkopf mit Columbus-Gravur - mit einem Wort: ein Traum.

Nachdem die Teile gereinigt und erg√§nzt waren…

… hier das Ergebnis:

Ach ja, gold-eloxierte Pelissier-Hochflanschnaben und eine vergoldeten Flaschenhalter hat es auch.

Die Summe der Teile I

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Wir haben uns heute einmal um unser ‚Äú1908er‚ÄĚ, das Herrenrad noch unbekannter Marke vermutlich um 1910, gek√ľmmert und auseinander gebaut. Jetzt muss nur noch das Tretlager gereinigt und gefettet, passende Pedale gefunden werden … und dann wird aus der Summe der Teile wieder ein Fahrrad, das durch Hamburg fahren kann.¬†

Hamburg, den 10.12.2015 / Lars A.


Diamant Modell 68 "Das leichte Sport-Rad"

Vor 2 Jahren erreichte mich die Nachricht, dass in Volksdorf ein Fahrradh√§ndler sein Gesch√§ft aufgibt und alle Restbest√§nde verkauft werden sollen. Im Keller des Ladens stand ein mit Ofenbronze lackiertes Rad (inkl. lackierter Reifen), welches seine besten Tage lange hinter sich hatte. Es diente die letzten Jahre als sog. “Gutschein-Fahrrad” und wurde Kunden symbolisch z.B. unter den Weihnachtsbaum gestellt, wenn sich die Lieferung des neu¬†bestellten Fahrrads verz√∂gerte. Nachdem ich Herrn Prager versprochen hatte, mich gut¬†um das Rad zu k√ľmmern, durfte ich es mitnehmen. So fing die Geschichte an….

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unter der dicken Bronzeschicht kommen Reste¬†des wundersch√∂nen hellblau/grauen Original-Lacks zum Vorschein…

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Die Diamantwerke hatten ihre Rahmen doch tats√§chlich vor dem Lackieren grundiert, was in den 40er Jahren nicht h√§ufig der Fall war.¬†Bei vielen anderen Herstellern wurde der Lack¬†direkt auf den blanken Stahl lackiert, was nat√ľrlich nicht besonders haltbar war.

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Am Unterrohr erscheinen Reste vom alten Schriftzug…..¬† Leider ist der Lack zu schlecht vom Zustand um ihn zu erhalten. Schade, also hei√üt es vorsichtig den Lack per Hand abzuschleifen, und dann mit einer neuen Lackierung zu starten.

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Der Stahl ist in erstaunlich gutem Zustand. Dank der wiederentdeckten Rahmennummer weiß ich jetzt, dass das Rad 1940 die Diamant-Werke in Siegmar-Schönau (Sachsen) verlassen hatte.

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Frisch grundiert…

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Die Gabel ist vom Verchromen zur√ľck.

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Jetzt sieht der Gabelkopf wieder aus wie neu :-)) Vor dem Lackieren wird der untere Teil der Gabel leicht angeschliffen.

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Mein Lackierermeister Herr Jensen aus Steilshoop¬†hat den originalen Farbton genau getroffen. “Vielen Dank Herr Jensen!”

Dann wird der Strahlenkopf abgeklebt, und es folgt die Lackierung in hell/Elfenbein.

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Hier hat Niko Boer mit seiner Airbrush-Pistole ganze Arbeit geleistet. Danke Niko, f√ľr deine Geduld mit mir ;-)).

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Langsam nimmt alles wieder Form an, die neuen Schriftz√ľge gibt es zum Gl√ľck als Reproduktion…

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Gestern kam endlich das lang ersehnte Paket aus Ghisallo in Italien. Ich wollte immer schon ein Rad mit Holzfelgen fahren, jetzt endlich geht es los.

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Danke Ulrich, dass du wieder mal die “Feinzentrierung” √ľbernommen hast, n√§chstes Mal mache ich das selbst, versprochen ;-)).

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Jetzt kann die Technik √ľberholt werden.

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Das Tretlager “bekommt sein Fett weg”

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Einsetzen des Tretlagers mit Helmöler, auch hier immer schön viel fetten. Der Rest kommt in die Haare :-))

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Eine neue Kette gibt es nat√ľrlich auch. Hier kommt eine Helmburg-Kette (new old stock) zum Einsatz.

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So langsam wird ein Fahrrad draus.

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Der Vorderrad-Stempelbremse (im Volksmund auch ver√§chtlich Kackeschieber genannt) fehlte¬†die Schraube mit Bowdenzug-F√ľhrung. Also fix eine passende Schraube daf√ľr angepasst.

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Den passenden Lenker hab ich bei Uwe Just “ausgegraben”. Das Fahrrad, von dem er stammte, mu√ü √ľber 70 Jahre alt gewesen sein. Woher ich das wei√ü? Ganz einfach:¬†Das lie√ü sich an den einzelnen Lagen des Lenkerbands ablesen, f√ľr jedes Jahr eine Lage Lenkerband……¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Und jetzt, einfach ein paar Stimmungsbilder .

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 "Art Deco" Steuerkopfschild

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 Gefiederter Strahlenkopf mit Holzfelgen

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Dank auch noch mal an Frank f√ľr die Erstellung der Decals am PC.

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Renn-Torpedo mit Fl√ľgelmuttern

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 Übersetzung 48/16

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Et voila. Bei Zeiten mache ich noch ein Bild vor wei√üem Hintergrund. Kurz nochmal die Daten: Hersteller: Diamant, Modell 68, “das leichte Sportrad”, Baujahr 1940, gemuffter Rahmen aus Nahtlos gezogenem Chrom/Nickel-Stahlrohr,¬†Felgen aus Buchenholz Ghisallo/Italien, Bereifung Draht 700x28C, Sattel Brooks B 17 selected mit handgeh√§mmerten Kupfernieten, Renntorpedo mit R√ľcktrittbremse von 1940, Helmburg-Kette, Rennradlenker mit wei√üem Baumwoll-Lenkerband und Kork-Endstopfen, Vorbau aus Stahl verchromt, √úbersetzung 48/16. Fachleute wissen, dass dieses Rad urspr√ľnglich mit 26" Bereifung das Werk verlassen hat. Viele Fahrer hatten es sich jedoch schon¬†seinerzeit auf 28" Bereifung umger√ľstet, und ich finde es durchaus “zeitgem√§√ü” es heute wieder so zu fahren. Vielen Dank an dieser Stelle an alle Beteiligten und besonders an meine Frau f√ľr ihre endlose Geduld….!¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Hamburg, den¬†29.11.2015 / Nico

Peugeot Tourenrad von 1928

Dieses gut erhaltene Herrenrad von Peugeot stammt laut Rahmennummer wohl ca. aus dem Jahr 1928.

Neben dem emaillierten Firmenschild am Steuerrohr mit dem Peugeot-Löwen findet sich dieser auch im Kettenblatt wieder.

Das Rad ist mit voll funktionsf√§higen Gest√§ngebremsen ausgestattet, die von innen in die Felge greifen. Um ein Laufrad auszubauen, m√ľssen daher die Bremsschenkel aus ihrer F√ľhrung an den Gabelscheiden bzw. Hinterbaustreben ausgehakt werden - eine simple L√∂sung, die kein Werkzeug braucht. Das Rad hat daher einen Freilauf ohne R√ľcktrittbremse.

Ob die Lichtanlage aus dem Herstellungsjahr stammt oder nachger√ľstet wurde, l√§sst sich schwer sagen. Vom Art-Deco-Design der Lampe her stammt sie jedenfalls aus der Zeit. Sie ist funktionsf√§hig: der Dynamo liefert Strom und im Frontscheinwerfer ist ein Batteriefach, so dass man mittels Schalter Abblend- und Standlicht anw√§hlen kann. Das R√ľcklicht ¬†leuchtet mit facettiertem echten Glas.

Die Alltagstauglichkeit wird durch einen gefederten Ledersattel, zeitgemäße Schutzbleche mit Spritzschutz, Luftpumpe und Werkzeugtasche komplettiert.

Zu der merkw√ľrdigen Farbe ist zu sagen, dass das Rad mehr oder weniger vollst√§ndig durch einen Vorbesitzer entlackt und zum Schutz gegen Rost mit einem matten Klarlack versiegelt wurde. Die Farbe des Originallacks ist an einigen Stellen noch zu sehen und ist am besten mit¬†‚Äúceleste‚ÄĚ beschrieben, dieses Mintgr√ľn wie man es von Bianchi-Rennr√§dern kennt. Komplett in dieser Farbe muss es fabrikneu ein echter Hingucker gewesen sein.

Aber auch heute noch macht es Spaß damit zu fahren und es erregt Aufmerksamkeit - besonders auf Veranstaltungen wie den Cyclassics.

Hamburg, 29.09.2015

Dreirad

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Neu in unserer Sammlung ist dieses Dreirad. Gerd schenkte es dem ABC, vielen Dank daf√ľr noch einmal an dieser Stelle! Es ist mittlerweile wieder fahrbereit - dank Anton - und ist in einem Fahrradmuseum im s√ľdlichen Schleswig-Holstein deponiert (vielleicht erkennt jemand den Hintergrund …).

Das Rad ist historisch interessant. Es stammt aus DDR-Zeiten und ist ein handwerklich gut gemachter Eigenbau. Das ‚ÄúThema‚ÄĚ des Rades ist: wie ersetze ich mit einem Rad ein Auto und bekomme ein wenig mehr Komfort? Dies resultierte in der entspannten Sitzposition, den Transportm√∂glichkeiten (f√ľr Kind & Kegel), und vermutlich einem Wetterschutz (es gab wohl einen einh√§ngbaren Regenschutz). Auch die Blinkeranlage erinnert an ein Auto. √úber den Besitzer ist bislang leider nichts bekannt. Das Rad wurde nach der Wende f√ľr einen symbolischen Betrag auf einer bekannten Auktionsb√∂rse im Internet ersteigert. Vielleicht wei√ü ja zuf√§llig jemand etwas √ľber das markante Gef√§hrt?

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Es macht auf jeden Fall eine Menge Spa√ü auf dem Rad zu fahren. Wir werden es bei Gelegenheit einmal ‚Äúausf√ľhren‚ÄĚ und f√ľr Probefahrten zur Verf√ľgung stellen - beispielsweise im Mai 2016 in Altona auf den n√§chsten Bicycle Days.

Hamburg, den 6. September 2015 / Lars A.

Peugeot-Tandem

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Dieses Tandem vermachte uns heute Michael, ganz herzlichen Dank daf√ľr! Wir werden es √ľberholen und die Lager fetten, damit auf zuk√ľnftigen Club-Ausfahrten auch ein Zweier-Team an den Start gehen kann. Wir freuen uns schon und werden berichten.

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[Edit, 16.9.2015]: Wir haben uns um das Tandem gestern Abend einmal etwas gek√ľmmert.

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Das Rad hat sehr lange gestanden (20 Jahre?) Рdie Reifen haben sich von alleine aufgelöst.

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Nach der Reinigung strahlen der perlmuttfarbene Lack und die Schutzblecke wieder.

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Einige Decals waren teilweise verdeckt, jetzt können sie sich wieder besser entfalten.

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Das Tandem wird ein echtes Schmuckst√ľck werden und soll bald wieder fahrbereit sein. Wir werden dann noch einmal berichten …

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Pedersen

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Der D√§ne MikaelPedersen (1855-1929) war auf den Knochen sch√ľttelnden Stra√üen mit dem Sitzkomfort damaliger Fahrr√§der nicht gerade zufrieden. Darin d√ľrfte wohl der Antrieb gelegen haben, welcher zu einer eigenwilligen Entwicklung f√ľhrte. Abweichend von der √ľblichen Rahmengeometrie baute Pedersen einen Rahmen, der quasi aus aneinander gef√ľgten Dreiecken bestand. Besonders herausragend war die Sattelkonstruktion. Aufgeh√§ngt wie eine H√§ngematte verf√ľgt der Sattel √ľber schwingende und d√§mpfende Eigenschaften.

Das Rad wurde in England (1893) und in Deutschland (1894) als Patent angemeldet. Die Räder, welche zwischen 1893 und ca. 1920 in Pedersens Wohnort Dursley (Gloucestershire, England) gefertigt wurden, wurden auch Dursley-Pedersens genannt.

Als der d√§nische Schmied Jesper S√∂lling ¬†Anfang der 1980er Jahre im Freistaat Christiania die Fertigung aufnahm, wurde er ob seines wirtschaftlichen Erfolges von der etwas speziellen Kopenhagener Gemeinde ‚Äöge√§chtet‚Äė. Seitdem baut Jesper S√∂lling die R√§der in Ebeltoft.

Seit Mitte der 1980er Jahre baut auch Michael Kemper in Erkelenz Pedersen Fahrräder.

Das Foto zeigt ein Pedersen Tandem mit Holzfelgen. Gaiole, L’Eroica 2013

Hamburg, den 1. März 2015 / Andreas T.

StadtRAD Hamburg - eine ästhetische und philosophische Hetzschrift

Von Lars “Landrad” Amenda

Im Juli 2011 wurde das StadtRAD Hamburg eingef√ľhrt und erfreut sich einer ungebrochenen und immer weiter steigenden Beliebtheit bei der Hamburger Bev√∂lkerung und Besucherinnen und Besuchern. Aktuell existieren 131 Leihstationen mit insgesamt 1.650 R√§dern, wie einem bekannten Internet-Lexikon zu entnehmen ist. Weitere Stationen sind geplant, nicht zuletzt, weil sich die Standorte in der Innenstadt ballen und in den Au√üenbezirken deutlicher seltener anzutreffen sind. ‚ÄěGef√ľhlt‚Äú sind deshalb im Stadtkern auch deutlich mehr R√§der unterwegs als es die Ziffer 1.650 vermuten l√§sst; zwar ist es ‚Äď noch ‚Äď keine Invasion der StadtR√ĄDER, aber es ist wohl nicht ganz falsch zu behaupten, dass die, wie soll ich es sagen, ‚Äěmarkanten‚Äú Leihr√§der das Hamburger Stadtgebiet mittlerweile in gewissem Ma√üe mitpr√§gen. Auch wenn ich pers√∂nlich diesbez√ľglich √ľber keinerlei eigene Erfahrungen verf√ľge, so liegen die Vorteile und der gro√üe Reiz des Ausleihsystems auf der Hand, habe ich mir sagen lassen. Man kann per Smartphone die n√§chste Radstation ausfindig machen, sich dort einloggen, eine halbe Stunde kostenfrei zum Friseur oder zu einer in der N√§he gelegenen Pommesbude fahren, stellt das dann das rote Gef√§hrt wieder an einer anderen Station ab, um sich dann den eigenen Gesch√§ften, der professionellen Haarpflege oder der mehr oder minder gehobenen Schnellk√ľche zu widmen. Nach der in der Regel kurzen Fahrt mit dem rund 20 Kilogramm schweren Ferrari-roten ‚ÄěRenner‚Äú entledigt sich der User dann ebendiesem wie einem gesichts- und geschichtslosen Einkaufswagen und √ľbergibt ihm seinen weiteren Schicksal in der Station.

image                                                 Das gemeine StadtRAD

So weit, so gut. Pragmatismus mag durchaus seine Berechtigung haben. Ich bin teilweise selbst ein gl√ľhender Anh√§nger pragmatischer L√∂sungen. So finde ich beispielsweise Bierdosen recht praktisch. Aber: In Bezug auf Fahrr√§der und das Fahrradfahren kann und darf der Primat des Praktischen nicht der alles bestimmende Faktor sein. Die per eigener Muskelkraft erzeugte Mobilit√§t auf dem Fahrrad ist zwar in der Tat √§u√üerst praktisch, preisg√ľnstig und gesund, wie man mittlerweile √ľberall, etwa in der Apotheken-Rundschau lesen kann; sie ist aber auch ein √§sthetischer Gewinn, der seit dem sp√§ten 19. Jahrhundert √ľber Jahrzehnte geformt und gefestigt wurde und der das Fahren erst zum vollendeten Genuss macht. Dabei geht es beileibe nicht nur um eine m√∂glichst hohe Effizienz, wie sie Rennmaschinen bereits seit der Zeit um 1900 angestrebt haben. Die Sch√∂nheit der Form eines Diamant-Rahmens, die harmonische Einfachheit klassischer Fahrr√§der erw√§rmt das Herz des Betrachters und des Fahrers gleicherma√üen. Im Idealfall werden der Mensch und die ‚ÄěMaschine‚Äú - das Fahrrad - zu einer Einheit, die um so inniger sein wird, wenn das Rad der Anatomie des Fahrers und der Fahrerin ‚Äěentgegenkommt‚Äú und deren Muskelkraft m√∂glichst direkt in Bewegung umwandelt.

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Das StadtRAD und andere Fahrradverleihsysteme sieht sich ganz offenkundig nicht in einer √§sthetischen Tradition. Im Gegenteil, man hat den Eindruck, dass die StadtR√ĄDER m√∂glichst unvorteilhaft, um nicht zu sagen: potth√§sslich aussehen sollen. Sie sind wie viele Automobile unserer Zeit k√ľhle Instrumente der Mobilit√§t und f√ľhren zu, ja mir f√§llt kein passenderer Begriff ein - visueller Umweltbelastung, mehr noch: optischer Umweltverschmutzung. Keine vier Minuten kann der geneigte Hamburger und die verehrte Hamburgerin mehr flanieren, ohne ein¬† vorbeischleichendes StadtRAD zu sehen und vor allem ertragen zu m√ľssen. Die durch das StadtRAD Hamburg betriebene ‚ÄěMcDonaldisierung‚Äú des Radfahrens ist eine Gei√üel unserer Zeit, macht sie doch die sch√∂ne und hehre Idee der Gleichheit zunichte, indem alle Akteure und Profiteure des Leihsystems gleicherma√üen unvorteilhaft aussehen.

Doch nicht nur in √§sthetischer Perspektive ist das StadtRAD eine Zumutung f√ľr den Freund und die Freundin traditioneller Werte und Formen. Wie sieht es denn mit den philosophischen und alltagskulturellen Implikationen und Folgekosten des StadtRAD-Kosums aus? Das StadtRAD ist ein Ding, ein unf√∂rmiges und potth√§ssliches Ding, wenn ich mich ausnahmsweise einmal wiederholen darf, das dem Benutzer nicht geh√∂rt. Man braucht es nicht pflegen, man braucht die Kette nicht √∂len, man braucht eigentlich gar nichts zu machen, au√üer ein- und ausloggen, vielleicht noch die H√∂he des Sattels verstellen, der Rest wird dann heimlich, still und leise von st√§dtischen Bediensteten verrichtet. Doch f√ľr welchen Preis! Ohne an dieser Stelle¬† das Hohelied des Eigentums singen zu wollen, m√ľndet die VerStadtRADisierung des urbanen Raums direkt in der sozialen Verlotterung. Ich kann dies im √úbrigen durchaus profund beurteilen, da ich direkt gegen√ľber einer StadtRad-Station mein Domizil habe. Was wird dort herumgezerrt, minutenlang genestelt, genervt und hasserf√ľllt um sich geblickt, diejenigen aggressiv gemustert, die sich gerade das letzte StadtRAD gesichert haben. Das l√§sst sich selbst von dem wortgewandtesten Schriftsteller kaum in Worte fassen. Ich habe sogar schon einen StadtRAD-User beobachten k√∂nnen, der wutentbrannt das unschuldige, unf√∂rmige Leihrad mit brutaler Gewalt zu Boden geschleudert hat, weil irgendetwas nicht fuktionierte. Kurzum: das √∂fffentliche StadtRAD birgt und produziert solch ein Aggressionspotential, das einem angst und bange werden kann. Dies kann nicht im Sinne des¬† Erfinders sein, der an Mobilit√§t, Mobilit√§t, Mobilit√§t, ‚Ķ, Umweltschutz, Befriedung des √∂ffentlichen Raumes und F√∂rderung der pers√∂nlichen Gesundheit gedacht hat und doch nach Abw√§gung aller Vor- und Nachteile nachgerade das Gegenteil der eigentlichen Ziele erreicht. ¬†
 
Welch starker Kontrast bildet der StadtRADfahrer doch zum begeisterten Fahrradfahrer im Besitz eines innig geliebten Rades. Das Fahrrad dient nicht nur der Fortbewegung von A nach B, die Besitzerin und der Besitzer bauen doch vielmehr eine emotionale Bindung zu ihrem Rad auf. Man war damit auf dem Kiez, im alten Elbtunnel, beim Volksparkstadion, auf dem Mont Ventoux, usw. und verbindet die Erinnerungen daran mit seinem Fahrrad. Dies ist eine Schule der z√§rtlichen Erinnerungsarbeit, der Demut, der Moral, ein Dienst an der Liebe. Das StadtRAD hingegen ist das genaue Gegenteil, lieblose Uniformit√§t im Namen des Totschlagarguments der Mobilit√§t. Ohne mich. Ich sage ‚Äěnein‚Äú. Und wollte zumindest vor den Gefahren des StadtRADs gewarnt haben …

Hamburg, den 14. Januar 2015

Gazelle ‚ÄöVintage Racer‚Äė

Am Anfang war das Feuer. Und entfacht wurde es durch Anna. Anna ist von der Schweiz aus ans Nordkap, von dort nach Gibraltar und anschlie√üend retour in die Schweiz gefahren. 14.116 km in f√ľnf Monaten. Sie berichtete davon in einem ‚Äöunterwegs‚Äė Heftchen des Deutschen Jugendherbergswerkes.

Damit war es um mich geschehen. So etwas wollte ich auch. Der Haken an der Sache, ich war erst dreizehn oder vierzehn Jahre alt, als ich dieses Heftchen in die Finger bekam. In den folgenden Jahren entwickelte sich aber alles auf dieses Ziel hin. Die erste dreiw√∂chige Radtour durch die Niederlande folgte mit f√ľnfzehn und stellte den Auftakt zu zahlreichen Touren dar.

Im Winter 1983/84 wurde es dann allm√§hlich ernst, die Aufregung nahm zu. Den Start f√ľr meine gro√üe Nordkap-Tour plante ich f√ľr Juni 1984, direkt nach der letzten Abitur Pr√ľfung.

In den Wintermonaten verbrachte ich viel Zeit mit dem Studium von Stra√üenkarten sowie der Zusammenstellung der erforderlichen Ausr√ľstung. Aber was ist wirklich notwendig, wenn man erstmals zu einer Tour aufbricht, welche √ľber 8.000 Kilometer bis n√∂rdlich des Polarkreises f√ľhrt?

image                                                   Trollstigen 1984

Getreu des Grundsatzes ‚ÄöPlanung ersetzt den Zufall durch Irrtum‚Äė, blieb jedenfalls gen√ľgend Raum f√ľr Abenteuer. Eben die nicht planbaren Ereignisse mit ungewissem Ausgang, die doch letztendlich das Salz in der Suppe des Reisenden darstellen. In diese Kategorie f√§llt auch das ‚ÄöReservehinterrad‚Äė‚Ķsmile. Aber das ist eine spezielle Geschichte.

image                                               Polarkreis Norwegen, 1984

Absolut zweifelsfrei war jedoch die Wahl des Arbeitspferdes. Unverw√ľstliche Robustheit, Leichtigkeit und Leichtlauf waren die angestrebten Eigenschaften. Nat√ľrlich fiel die Wahl auf ein Stahlross. Gab es Mitte der achtziger Jahre eh kaum sinnvolle (und bezahlbare (Titan)) Alternativen, so ist Stahl auch heute noch meine bevorzugte Wahl f√ľr Fahrr√§der. Und zwar nicht nur f√ľr diesem Einsatzbereich.

Dennoch kostete mich der Rahmen damals gef√ľhlt ein Verm√∂gen. Er basierte allerdings auch auf dem legend√§ren 531er Reynolds Rohrsatz. Erstklassig in Dieren (Niederlande) von Hand gel√∂tet, handelte es sich um eine echte Gazelle. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mit der sogenannten ‚ÄöSemi Race‚Äė Geometrie brachte der Rahmen die positiven Eigenschaften von Randonneur- und Rennrad auf eine gemeinsame Spitze und wies auch bepackt ein super Handling auf. Auf diesen Rahmen war ich stolz wie Bolle.

Und er ist bis heute sein Geld wert. Komplettiert habe ich das Rad damals mit folgenden Komponenten :

Naben Campagnolo Record 40-Loch (Tandem)
Felgen Weinmann (konkav)
32mm Drahtreifen
Umwerfer/Schaltung Campagnolo Rally (langer Arm)
Tretlager / Kurbelgarnitur Specialité TA 3-fach 52/42/32
Zahnkranz Regina 6-fach (13-23 oder 25?)
Pedale Campagnolo Grand Sport
Bremsen Weinmann
Vorbau / Lenker 3ttt
Sattelst√ľtze Camapagnolo Grand Sport
Sattel San Marco Concor
Gepäckträger und Lowrider Blackburn

Mit den Gepäckträgern war ich besonders zufrieden. Die Träger hatte ich bereits einige Jahre zuvor von Jim Jennigs aus Colorado erhalten. Wir sind uns mal irgendwo in den Alpen begegnet und einige Tage zusammen geradelt. Sein Rad war mit diesen Trägern ausgestattet und ich fand sie total genial. Da damals Blackburn Produkte in Europa meines Wissens nicht erhältlich waren, war seine Direktimporthilfe absolut großartig.

Letzen Endes war meine Reise Gazelle deutlich teurer als mein erstes Auto. Aber das ist ja auch völlig in Ordnung, sagt der Radreisende…smile.

image                                                   Nordkapp 1984

Unerm√ľdlich hat mich meine Gazelle auf vielen Reisen durch diverse L√§nder getragen. Unbestreitbare H√∂hepunkte waren dabei die Nordkap Tour 1984 sowie die Trans Canada Tour 1985 (St.John‚Äôs, Newfoundland - Victoria, British Columbia ).

image Mile ‚Äö0‚Äė St. Johns, Newfoundland, Trans Canada 1985 / Trans Canada 1985

Zuletzt ging es 2001 durch Irland, noch immer mit den originalen Komponenten. In den Jahren danach fristete die Gazelle eher ein Gnadenbrotdasein.

Im Herbst 2012 griffen dann wieder die Flammen nach mir. Zuf√§llig geriet ich in den Funkenflug von Carina Wolfram. Sie berichtete √ľber ihre Teilnahme an der L‚ÄôEroica in der Toskana. Sofort loderte es wild in mir. Da will ich hin. Da will ich mitfahren. Teil sein, der Hommage an die Helden der legenden- und ereignisreichen Geschichte des Radsportes, deren Anf√§nge in den Staub der Schotterstra√üen geschrieben wurde. Die Erf√ľllung der technischen Voraussetzungen f√ľr die Teilnahme an der L‚ÄôErocia stellte kein Hindernis dar. Stahlrahmen (nicht j√ľnger als von 1987), keine am Lenker verlegten Bremsz√ľge, keine Klickpedale etc. All das erf√ľllte meine Gazelle aus dem Stand. Es war eine wahre Wonne, sie bis zur kleinsten Lagerkugel zu zerlegen und wieder aufzubauen. Und zwar mit den Originalkomponenten. Es ist schon eine Klasse f√ľr sich, wie gut zum Beispiel Campagnolo Konen nach der absolvierten Laufleistung erhalten sind.

image                                                   L’Eroica Toskana 2013

Die gr√∂√üere Schwierigkeit bereitete die Beschaffung eines passenden Wolltrikots. Wobei mit passend weniger die Gr√∂√üe, als vielmehr das Gesamterscheinungsbild gemeint ist. Schlie√ülich f√§hrt das Auge mit. Dank eines bekannten elektronischen Marktlatzes gelang mir jedoch der Erwerb eines absolut passenden Gazelle Trikots. - Auf in die Toskana! Da meine Gazelle es absolut nicht gewohnt war im Kurzstreckenbetrieb eingesetzt zu werden, musste es bei der L‚ÄôEroica 2013 nat√ľrlich die 205 km Runde sein‚Ķ Und die hat die niederl√§ndische Antilope mit Bravour hinter sich gebracht. Die L‚ÄôEroica ist wirklich eine w√ľrdige Hommage an die Altvorderen und die wei√üen Schotterpisten der Toskana. Ein Kurs f√ľr Stahlr√§der und Stahlwaden. Only steel is real.

image                                           Finish, L’Eroica 2013 

L‚ÄôEroica Finisher k√∂nnen nur m√ľde √ľber die empfindsamen Seelen der Fahrer von HighTechNASA R√§dern l√§cheln, die lautstarke Proteste vom Zaun brechen, sobald es bei einem Radmarathon mal √ľber nicht geb√ľgelte Stra√üen geht.

Bei der L‚ÄôEroica geht es nat√ľrlich ums Radeln, aber auch um entsprechende R√§der. Gaiole ist L‚ÄôEroica. An den Tagen um das Event gibt es einen fantastischen Teilemarkt mit allerhand Originalit√§ten und Kuriosit√§ten. Und das trifft sowohl f√ľr die Fahrr√§der, als auch f√ľr die Fahrer zu. Fantastisch. Nichts zu kaufen geht eigentlich nicht. Meine fetteste Beute sind ein Paar Schutz‚Äôbleche‚Äė aus Buchenholz von dem alten Meister Ghisallo.

Auf der langen Autofahrt nach Norddeutschland entsteht bereits im Geiste, quasi um die Schutzbleche herum, ein Neuaufbau meiner geschichtstr√§chtigen Gazelle. Als Reiserad hat sie nun endg√ľltig ausgedient. Inspiriert durch die wunderbaren alten oder auf alt getrimmten R√§der in Gaiole, steht mein Entwurf fest, als ich einen Zwischenstopp im Ruhrgebiet einlege. Ich nutze die Gunst der Stunde, zerlege die Gazelle und gebe den Rahmen zum Lackieren bei meinem Lieblingsrahmenbauer G√ľnter Krautscheid ab. Sein neues Leben soll der Rahmen in British Racing Green beginnen. Mit einer gekonnten nass-in-nass Lackierung (erst schwarz, dann giftgr√ľn) wird ein in h√∂chstem Ma√üe zufriedenstellender Oberfl√§chenglanz erzielt.

√úber den Winter komplettiere ich den Rahmen mit den folgenden Komponenten.

Vorbau, Lenker Cinelli
Lenker Walker Bar, Soma
Bremsen Tektro R559 (nicht stilecht, bremsen aber deutlich besser als die alten Weinmänner)
Bremsgriffe Tektro RX4.1
Lenkerband Leder, Brooks
Steuersatz Campagnolo Record
Sattelst√ľtze Campagnolo
Sattel Brooks Swift
Naben Primato Pista fix, Miché
Felgen Mavic Open Pro
Drahtreifen Continental Super Sport Plus, 28mm
Kurbelgarnitur 1 1/8“ Primato Pista, Miché
Ritzel Edelstahl, Phil Wood
Kette 1 1/8‚Äú Izumi, vernickelt (l√§uft super pr√§zise, l√§ngt sich kaum, in der vernickelten Ausf√ľhrung gut witterungsbest√§ndig)

Das Resultat der T√ľftelei und Schrauberei ist auf den Fotos zu sehen.

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image                                                 Vintage Gazelle 2014

F√ľr mich ist das Ergebnis ein ganz Besonderes. Die Geschichte des Rahmens ist untrennbar mit meiner pers√∂nlichen Geschichte verwoben. Und reflektiert nun im Stil eines Vintage Racers ein wenig auch die Geschichte des Radsportes.

image                                                 Kieler Tweed Run Trim 2014

Ich muss zugeben, dass die Vintage Gazelle nicht bei nassem Wetter zum Einsatz kommt. Dennoch ist sie kein Museumsst√ľck. Neben speziellen Veranstaltungen (z.B. Tweed Run) muss sie im Sommer auch f√ľr die eine oder andere sportliche Ausfahrt herhalten. Daf√ľr wird vorher ein 16er Ritzel montiert und mit einer 100er Trittfrequenz bleibt im h√ľgeligen Schleswig-Holstein auch manch ein High-Tech-Bolide achteraus. Und dann ist es wieder da, dieses Feuer‚Ķ.

Links
http://www.grisocomodo.de/gazelle-l-eroica.html
http://www.grisocomodo.de/gazelle-vintage.html
http://www.grisocomodo.de/l-eroica-2013.html

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Hamburg, den 1. Januar 2014 / Andreas T.

Bauer Damenrad (Mitte 1960er)

Dieses charmante, kleine Damenrad von Bauer aus der Mitte der 1960er Jahre vermachte uns k√ľrzlich Miriam. Tausend Dank noch einmal daf√ľr, Miriam! Wir nehmen es gerne in unsere im Aufbau befindliche Sammlung historischer Fahrr√§der auf. Das Rad ist bis auf die R√ľckleuchte und die Reifen im Originalzustand, hat 26-Zoll-Laufr√§der, einen Lederimitat-Sattel, schmale Lenkergriffe und eine sch√∂ne blaue Farbe.

Wir werden es demn√§chst einmal gr√ľndlich putzen und fetten, damit es in Zukunft wieder durch unsere Stadt rollen kann.

Hamburg, den 25. Dezember 2014 / Lars A.

SIF Standard Randonneur (fr√ľhe 1960er)

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Auf Ebay Frankreich habe ich vor einem Jahr dieses Rad g√ľnstig erstanden. Bereits nach zwei Tagen wurde es per Post angeliefert. Die wenig bekannte Marke ‚ÄěSIF‚Äú steht f√ľr Simon Industries Fr√®res, benannt nach dem Produzenten Fernand Simon. Es ist ein einfaches, aber robustes Modell.

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Die Farbe ist etwas ‚Äěspeziell‚Äú - bei Magenverstimmungen ist von einem Anblick abzuraten, bei Sonnenschein leuchtet das Rad allerdings sehr sch√∂n und kraftvoll.

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Alle Verschleißteile befanden sich in einem sehr guten Zustand. Das Rad ist original, bis auf:
- die Luftpumpe, die den Transport nicht¬† √ľberlebte ¬†
- den Originalsattel, der nicht wiederbelebt werden konnte
- die Klingel, die zu verrostet war
- Haken und Riemen, die ergänzt wurden

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Restauraurierungsumfang:

- das Rad wurde komplett zerlegt
- Rahmen und Gepäcktäger wurden gereinigt und mit Owatrol behandelt
- sämtliche Lager, Schaltwerk, Umwerfer und Bremsen habe ich zerlegt, gereinigt und neu geschmiert
- alle Chromteile wurden mit Drahtb√ľrsten und Stahlwolle¬† entrostet und poliert
- alle Aluteile wurden ebenfalls poliert
- die Laufräder habe ich zentriert
- eine Pedalachse wurde gerichtet
- Schutzbleche wurden ausgebeult
- zwei Nieten am Sattel wurden ersetzt
- einen Bremszug, die Kette und Kurbelkeile habe ich erneuert

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Ausstattung:
- Schaltwerk und Hebelumwerfer: Simplex
- Bremsen: Mafac Cantilever
- Kurbeln: Solida
- Pedale: Lyotard
- Pedalhaken: Lapize
- Radnaben: Sifpres
- Felgen: Samir-Saminox
- Reifen: Michelin 650B Semi-Comfort
- Beleuchtung: Self Super
- Sattel: TB Racer

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Die Reifen sind gr√∂√ütenteils immer noch mit s√ľdfranz√∂sischer Luft gef√ľllt! ¬†
 

Hamburg, den 18. November 2014 / Basti

‚ÄěElfe‚Äú Halbrenner

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An einem kalten Januartag st√∂berte ich mal wieder auf Ebay Kleinanzeigen nach Fahrr√§dern. Nicht, dass ich wirklich noch eines gebraucht h√§tte, aber man wei√ü ja nie, was einem begegnet…… Tats√§chlich stolperte ich √ľber eine Anzeige: √Ąlteres Herrenrad, Marke Elfe, blau …….

‚ÄěElfe‚Äú?? Bemerkenswerter Name f√ľr ein Fahrrad, das machte mich neugierig. Ich rief an und konnte das Rad am selben Tag besichtigen. Also auf nach Quickborn. Was f√ľr ein h√§ssliches Entlein stand da im Vorgarten! Total verbaut, viel Rost und der Lackierung sah man die Jahrzehnte r√ľdesten Alltagseinsatzes an. Aber dieser wunderbare Name in verschn√∂rkelter Schrift und die sch√∂ne stahlblaue Rahmenfarbe! Die Lager hatten kein Spiel und der Rahmen war nicht verzogen. Das Entlein hatte Potential und nach z√§hen Verhandlungen war das ‚ÄěElfe‚Äú dann f√ľr 53,50 ‚ā¨ mein.

Wie alt der Rahmen genau ist (wohl 40er bis fr√ľhe 60er Jahre) oder Hinweise √ľber die Marke konnte ich noch nicht herausbekommen. Laut Steuerkopfschild ‚Äď mit einer tanzenden Elfe! - ein Berliner H√§ndler.

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Ziemlich schnell hatte ich dann die Idee, die schlafende Schönheit in einen Halbrenner zu verwandeln.

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Nach gr√ľndlicher Reinigung und Behandlung mit Owatrol habe ich bisher folgende Umbauten vorgenommen:

Die Laufräder neueren Datums tauschte ich gegen 60er Jahre Stahlfelgen mit einer 62er Torpedo 3-Gang Nabe hinten.

Neue Bereifung: Schwarze Continentalmäntel ohne Reflektorstreifen.

Alte Frontlampe vorn und klassisches 50er Jahre R√ľcklicht nebst altem Reflektor hinten.

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Ein brauner Brooks ersetzt nun den urspr√ľnglich vorhandenen modernen Gelsattel.

Den schönen alten Vorbau bekam ich von Nico.

Zuletzt habe ich den gro√üartigen Soma ‚ÄěLauterwasser‚Äú, Leihgabe von Lars, verbaut. Der sieht richtig klasse aus an dem Rad, den geb ich nicht wieder her.

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Und als N√§chstes? Andere, √§ltere Bremse - Lenkergriffe/Lenkerband ‚Äď Sportpedale ‚Äď gr√∂√üeres Kettenblatt ‚Äď eleganteres R√ľcklicht ‚Äď Gabelbr√ľcke abschleifen - Dynamo….

Das Elfe wird sich weiter verändern, dies ist noch lange nicht der Endzustand.

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Hamburg, den 5. November 2014 / Michael

Woodrup wird weiter restauriert

Seit Mai gab es in der Werkstatt viel zu tun, da meine Söhne ihre Seifenkiste fertig haben wollten!!!!!

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Und so r√ľckte das Woodrup leider etwas nach hinten.

Nun geht es aber weiter…..

Der Rahmen nach ausgiebiger Schleifarbeit

Grundiert und gef√ľllert sieht es dann schon ganz anders aus.

Eine ausrangierte Gabel dient als drehbarer Lackierständer :-).

3 d√ľnne Schichten in frischem Lindgr√ľn, ach ist das herrlich…

Nat√ľrlich m√ľssen solche sch√∂nen Muffen farblich abgesetzt werden.

Die originalen Wasser-Abziehbilder fanden sich auch noch,

danke f√ľr “die Schriftz√ľge” Ulrich, jetzt wird wieder ein Rad draus.

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Zuerst wollte ich die Wasserabziehbilder mit Klarlack √ľberziehen, leider hatte der Klarlack was dagegen und l√∂ste die Abziehbilder an. Zum Gl√ľck hatte ich das vorher getestet, sonst h√§tte ich mich ge√§rgert……..

Ich hatte mich schon gewundert, warum bei älteren Woodrups die Abziehbilder nicht unter Klarlack liegen, nun weiss ich ja warum.

Also wurde der Rahmen zuerst mit 2 Schichten Klarlack lackiert, dann kamen die Wasserabziehbilder drauf.

Zuerst war ich mir unsicher, ob die Farbkombination passt, aber jetzt finde ich das richtig gut. Hat evtl. noch jemand von euch “Reynolds 531 ST” Aufkleber f√ľr mich, die fehlen mir noch?

Und noch ein Detailbild von den wunderschönen Muffen, in den nächsten Tagen geht es weiter.

22 Oktober 2014/ Nico T.

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